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Die Landesgartenschau Gießen 2014 widmet sich einerseits der Wieseckaue mit dem dort befindlichen "Stadtpark am Schwanenteich" (obige Entwürfe). In diesem Bereich wird sich die eigentliche Gartenschau abspielen.


Das zweite Areal, das im Zuge der Landesgartenschau aufgewertet werden soll, sind die Lahnufer. Hier soll die Erlebbarkeit und Begehbarkeit des Flusses gefördert werden (das obige Bild zeigt den Uferbereich der Lahn aus der Luft).


Alle 25 Wettbewerbsbeiträge sind bis zum 12.2.2010 in der Kunsthalle im Neuen Rathaus ausgestellt.

Wissenschaftsgärten und Uferträume

Gießener Wettbewerb zur Landesgartenschau 2014 entschieden - Ausstellung der Wettbewerbsbeiträge bis zum 12. Februar in der Kunsthalle

Austellung der Wettbewerbsbeiträge

Dauer: 4. - 12. Februar 2010
Ort: Kunsthalle Gießen (im Neuen Rathaus, Berliner Platz)
Öffnungszeiten: am Wochenende 10:00 - 18:00 Uhr
werktags von 10:00 bis 20:00 Uhr
Wettbewerb entscheiden

Der landschaftsarchitektonische Wettbewerb zur Landesgartenschau Gießen 2014 ist entschieden. Sieger für den Bereich Wieseckaue sind die Berliner Landschaftsarchitekten Geskes und Hack. Deren Konzept der Erneuerung des Stadtparks Wieseckaue durch sogenannte „Science-Gärten“ zu einem neuartigen „Wissenschafts-Volkspark“ hatte das Preisgericht überzeugt.
Auch der erste Preis für die Rahmenplanung des Bereichs Lahnaue geht nach Berlin, nämlich an das Landschaftsarchitekturbüro „a24_landschaft“ für ihren Entwurf zur Stärkung des Natur- und Erholungsraum an der Lahn.

Bürgermeisterin Gerda Weigel-Greilich zeigte sich mit den Entscheidungen hochzufrieden. „Die Siegerentwürfe haben die Vorgaben kreativ und mit einem starken Gießen-Bezug umgesetzt. Sie bieten eine gute konzeptionelle Grundlage, um sie bis zur Realisierung 2014 weiterzuentwickeln.“

Das 15-köpfige Preisgericht hatte nach einer zweitägigen Sitzung in der Gießener Kongresshalle am Freitagabend die Entscheidungen getroffen.

Bereich Lahnufer

Der Entwurf für die Lahnaue des Landschaftsarchitekturbüros „a24_landschaft“ will vor allem die Erlebbarkeit des Flusses und die Begehbarkeit seiner Ufer fördern. Durch partielles Auslichten der Ufervegetation soll die Lahn visuell stärker in den Vordergrund treten, private Ufernutzungen sollen verlagert und die Durchgängigkeit der Lahnufer verbessert werden. Neue Verbindungen zwischen dem Stadtkörper und Lahn sowie darüber hinweg schaffen kurze Wege von der Stadt zum Fluss.

Im Bereich der Sachsenhäuser Brücke soll durch zwei gegenüberliegenden Neubauten an der Rodheimer Straße das neue Entrée zur Innenstadt entstehen. Der Bereich zur Weststadt hin wird dagegen als grünes Entrée interpretiert. Dort soll eine neue Fuß- und Radwegunterquerung den Uferweg vervollständigen. Das Rudersportareal soll neu geordnet und entsprechend seiner Bedeutung für den Wassersport ausgebaut werden.
Das Preisgericht hatte bei dieser Arbeit vor allem die behutsame Entwicklung zu einer durchgängigen Auenlandschaft hervorgehoben.

Bereich Wieseckaue

Der Siegerentwurf der Landschaftsarchitekten Geskes und Hack für die Wieseckaue basiert auf der Idee, die räumlich gute Parkstruktur aus dem Jahr 1965 konzeptionell durch das Thema „Wissenschaftsgärten“ weiterzuentwickeln. Wichtig ist ebenfalls die Öffnung der Wieseckaue zur Stadt durch neue großzügige Parkkorridore, die den Stadtpark bis an die Ringallee verlängern. Das Thema der spielerischen, interaktiven Wissensvermittlung in den „Science-Gärten“ soll sich wie ein roter Faden durch den erneuerten Park ziehen.

Eine Parkpromenade („Beltwalk“, ein Begriff aus englischen Landschaftsparks) wird die Besucher über einen abwechslungsreich inszenierten Rundweg, mit wechselnden Szenerien durch den Park rund um den Neuen Teich führen. Der Rundweg erschließt zugleich alle Attraktionen wie ein großes Palmencafé mit Seeterrasse am Nordufer, verschiedene Spiellandschaften und einen Irrgarten.

Durch gezielte Besucherführung im Bereich der ökologisch wertvollen Uferbereiche sollen die Schilfzonen geschützt werden. Der vorhandene Baumbestand bleibt fast vollständig erhalten. Blickbeziehungen werden nur durch die partielle Entnahme von Ufergehölzen und behutsames Auslichten hergestellt. Lediglich im Bereich der Halbinsel sollte durch die Herausnahme von Bäumen eine sonnige Liegewiese entstehen. Eine intensive Gewässernutzung ist am Neuen Teich nicht vorgesehen.

Dagegen sieht der Entwurf für den Schwanenteich eine stärkere Nutzung vor. Eine großzügige Seeterrasse an der Ringallee, die die Verbindung zum Campus der Fachhochschule darstellt, bietet Platz für vielfältige Freizeitnutzungen wie Gastronomie, Ruderbootverleih und die Rollschuhbahn.

Besonders lobend hob das Preisgericht hervor, dass bei diesem Entwurf eine hohe Übereinstimmung zwischen Dauer- und Ausstellungsnutzung vorliegt, womit der Anteil der Rückbaukosten reduziert wird. Zusätzlich gab das Preisgericht auch Empfehlungen zur weiteren Planung, vor allem zur Berücksichtigung des Naturschutzes am Neuen Teich und im Auwäldchen östlich des Waldbrunnenwegs. „Diese Anregungen werden wir gerne aufgreifen“, so Bürgermeisterin Weigel-Greilich, „denn sie entsprechen auch unseren Intentionen einer naturverträglichen Landesgartenschau.“

Von der Qualität der beiden Preisträger wird sich die Öffentlichkeit übrigens in wenigen Monaten auf zwei anderen Landesgartenschauen des Jahres 2010 überzeugen können, nämlich im sauerländischen Hemer (Sieger: Geskes und Hack) und im oberbayerischen Rosenheim (Sieger: „a24_landschaft“).

Quelle:
Presseinformation der Universitätsstadt Gießen, 4.2.2010 | www.giessen.de
Stadt Gießen