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Die Lahn, einer der beliebtesten Kanu-Wanderflüsse Deutschlands, bildet inmitten der Stadt Gießen ein wertvolles Freizeit- und Erholungsrevier.


Die Wieseck – Gießens zweiter, kleinerer Fluss – mündet in die Lahn. Beide Flüsse sollen bis zur Landesgartenschau 2014 zu einem "grünen Gürtel" verbunden werden. 

Auf zu neuen Ufern

Gießen ist Gastgeberin der Landesgartenschau 2014

Das Gießener Konzept mit dem Titel „Auf zu neuen Ufern“ (Symbol Kurzfassung anzeigen, PDF 0,8 MB) sieht die Schaffung und Neugestaltung von Erholungsmöglichkeiten in der Stadt und eine Verbesserung des Landschafts- und Naturschutzes vor.

Die Schau wird zwischen April und Oktober 2014 hunderttausende Besucher aus ganz Hessen und darüber hinaus nach Gießen ziehen.

Eine Landesgartenschau ist weit mehr als eine Schau hübscher Blumenbeete. Mit ihr sind vor allem ökologische, stadtplanerische und wirtschaftliche Impulse verbunden, die die Lebensqualität steigern und das Image der Stadt und der Region nachhaltig verbessern können.
 
 
Nach Fulda (1994) und Hanau (2002) hatte 2006 die bislang dritte Landesgartenschau im nordhessischen Kurort Bad Wildungen stattgefunden. Die Wetterau-Stadt Bad Nauheim wird Gastgeberin für die kommende Landesgartenschau im Jahr 2010 sein.

Wettbewerb entschieden
Der landschaftsarchitektonische Wettbewerb zur Landesgartenschau Gießen 2014 ist entschieden. Sieger für den Bereich Wieseckaue sind die Berliner Landschaftsarchitekten Geskes und Hack. Deren Konzept der Erneuerung des Stadtparks Wieseckaue durch sogenannte „Science-Gärten“ zu einem neuartigen „Wissenschafts-Volkspark“ hatte das Preisgericht überzeugt.
Auch der erste Preis für die Rahmenplanung des Bereichs Lahnaue geht nach Berlin, nämlich an das Landschaftsarchitekturbüro „a24_landschaft“ für ihren Entwurf zur Stärkung des Natur- und Erholungsraum an der Lahn.

Die 8 siegreichen Entwürfe sind weiterhin im 2. Obergeschoss des Rathauses (Berliner Platz 1) zu sehen - außerdem vom 8. bis 26. März in der Sparkasse Gießen (Johannesstr. 1), vom 29. März bis 10. April in der Galerie Neustädter Tor (Neustadt 28) und vom 12. April bis 8. Mai im Kaufhaus Karstadt (Seltersweg 64).

Bereich Lahnufer
Der Entwurf für die Lahnaue des Landschaftsarchitekturbüros „a24_landschaft“ will vor allem die Erlebbarkeit des Flusses und die Begehbarkeit seiner Ufer fördern. Durch partielles Auslichten der Ufervegetation soll die Lahn visuell stärker in den Vordergrund treten, private Ufernutzungen sollen verlagert und die Durchgängigkeit der Lahnufer verbessert werden. Neue Verbindungen zwischen dem Stadtkörper und Lahn sowie darüber hinweg schaffen kurze Wege von der Stadt zum Fluss.
Im Bereich der Sachsenhäuser Brücke soll durch zwei gegenüberliegenden Neubauten an der Rodheimer Straße das neue Entrée zur Innenstadt entstehen. Der Bereich zur Weststadt hin wird dagegen als grünes Entrée interpretiert. Dort soll eine neue Fuß- und Radwegunterquerung den Uferweg vervollständigen. Das Rudersportareal soll neu geordnet und entsprechend seiner Bedeutung für den Wassersport ausgebaut werden.
Das Preisgericht hatte bei dieser Arbeit vor allem die behutsame Entwicklung zu einer durchgängigen Auenlandschaft hervorgehoben.

Bereich Wieseckaue
Der Siegerentwurf der Landschaftsarchitekten Geskes und Hack für die Wieseckaue basiert auf der Idee, die räumlich gute Parkstruktur aus dem Jahr 1965 konzeptionell durch das Thema „Wissenschaftsgärten“ weiterzuentwickeln. Wichtig ist ebenfalls die Öffnung der Wieseckaue zur Stadt durch neue großzügige Parkkorridore, die den Stadtpark bis an die Ringallee verlängern. Das Thema der spielerischen, interaktiven Wissensvermittlung in den „Science-Gärten“ soll sich wie ein roter Faden durch den erneuerten Park ziehen.
Eine Parkpromenade („Beltwalk“, ein Begriff aus englischen Landschaftsparks) wird die Besucher über einen abwechslungsreich inszenierten Rundweg, mit wechselnden Szenerien durch den Park rund um den Neuen Teich führen. Der Rundweg erschließt zugleich alle Attraktionen wie ein großes Palmencafé mit Seeterrasse am Nordufer, verschiedene Spiellandschaften und einen Irrgarten.
Durch gezielte Besucherführung im Bereich der ökologisch wertvollen Uferbereiche sollen die Schilfzonen geschützt werden. Der vorhandene Baumbestand bleibt fast vollständig erhalten. Blickbeziehungen werden nur durch die partielle Entnahme von Ufergehölzen und behutsames Auslichten hergestellt. Lediglich im Bereich der Halbinsel sollte durch die Herausnahme von Bäumen eine sonnige Liegewiese entstehen. Eine intensive Gewässernutzung ist am Neuen Teich nicht vorgesehen.
Dagegen sieht der Entwurf für den Schwanenteich eine stärkere Nutzung vor. Eine großzügige Seeterrasse an der Ringallee, die die Verbindung zum Campus der Fachhochschule darstellt, bietet Platz für vielfältige Freizeitnutzungen wie Gastronomie, Ruderbootverleih und die Rollschuhbahn.

Besonders lobend hob das Preisgericht hervor, dass bei diesem Entwurf eine hohe Übereinstimmung zwischen Dauer- und Ausstellungsnutzung vorliegt, womit der Anteil der Rückbaukosten reduziert wird. Zusätzlich gab das Preisgericht auch Empfehlungen zur weiteren Planung, vor allem zur Berücksichtigung des Naturschutzes am Neuen Teich und im Auwäldchen östlich des Waldbrunnenwegs.
Von der Qualität der beiden Preisträger wird sich die Öffentlichkeit übrigens in wenigen Monaten auf zwei anderen Landesgartenschauen des Jahres 2010 überzeugen können, nämlich im sauerländischen Hemer (Sieger: Geskes und Hack) und im oberbayerischen Rosenheim (Sieger: „a24_landschaft“).

Quelle:
Presseinformation der Universitätsstadt Gießen, 4.2.2010 | www.giessen.de
Stadt Gießen